AHS Aktion Humane Schule Baden- Württemberg e.V.

Presse Archiv


pressemitteilung vom 31. März 2010
Inklusive Schule
Was heißt eigentlich … „Inklusive Schule“?
„Inklusion“ (lat. includere = einschließen) bedeutet „Einschluss“. Das Wort wurde zuerst in den Naturwissenschaften verwendet (z.B. Inklusion in einem Kristall = Einschluss eines Fremdkörpers). Im Wirtschaftsleben bedeutet „alles inklusive“ bei einer Preisangabe den Einschluss aller Nebenkosten. In der Pädagogik markiert der Begriff Inklusion den vorläufigen Endpunkt der Entwicklung des Umgangs mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen: von der anfänglichen Exklusion (vollständiger Ausschluss von der Teilhabe an institutioneller Bildung) über die Separation (in Institutionen außerhalb des allgemeinen Schulsystems) und die Integration (innerhalb des Systems, aber nur teilweise und unter Fokussierung ihrer Andersartigkeit) bis zur Inklusion.

Integrative Schule bestimmt den sonderpädagogischen Förderbedarf von Schülern (Lernbehinderung, geistige Behinderung, Sinnesbehinderung, etc.) und versucht, diesem mit besonderen Maßnahmen innerhalb der Institution, aber häufig immer noch außerhalb derregulären Lerngruppe, gerecht zu werden. Die inklusive Schule hingegen bezieht sich auf die Menschen- und Bürgerrechte. Sie kritisiert die Unterscheidung nach „normal“ und „förderbedürftig“ und geht von einer Vielfalt an Kompetenzen in jeder Lerngruppe aus. Sie billigt allen Kindern und Jugendlichen gleichberechtigte Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeiten bei gleichzeitiger Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse zu, für die es manchmal der Bereitstellung spezieller Mittel und Methoden bedarf.

Das klingt im Jahr 2010 für deutsche Verhältnisse noch recht visionär, während andere Länder uns in der Gestaltung inklusiver Schule weit voraus sind. So werden etwa in Italien, Norwegen oder Dänemark bereits Integrationsquoten von annähernd 100 Prozent erreicht. Die Absicht zur Schaffung eines inklusiven Bildungswesens geht auf die UNESCO-Konferenz vom Salamanca 1994 zurück,
wo Inklusion als wichtigstes Ziel internationaler Bildungspolitik bestimmt wurde. 2006 beschlossen die Vereinten Nationen das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-Behindertenrechtskonvention = BRK). Seit die Bundesrepublik Deutschland diese Konvention ratifiziert hat – das entsprechende Gesetz trat am 1.1.2009 in Kraft –, ist sie völkerrechtlich in der Pflicht, umgehend für den Zugang aller Menschen zu allen Bildungseinrichtungen zu sorgen. Kinder mit Behinderungen dürfen nach dem Gutachten des Völkerrechtlers Eibe Riedel schon jetzt nur in Ausnahmefällen vom Besuch einer Regelschule abgehalten werden.

Beim konsequenten Durchdenken dieser rechtlichen Position wird deutlich, dass Inklusion innerhalb eines selektiven Schulsystems unmöglich ist und die Schaffung einer Schule für alle erfordert. Diese braucht ausreichende Rahmenbedingungen für entsprechende individuelle Förderung, die durch die Umwidmung der bisherigen Mittel für gesonderte Förderung geschaffen werden können. Besondere Förder- sowie therapeutische Kompetenzen, aber auch spezielle Medien und Materialien stehen dann allen Schulen zur Verfügung. Die Sorge einer Senkung des Leistungsniveaus im Schulwesen oder der Benachteiligung leistungsstarker Schüler/-innen ist unberechtigt, wie Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten Integrationspädagogik und aus internationalen Studien belegen.

Weiterführende Informationen im Internet u.a. bei:
www.Inklusive-Schule.de
inklusive Schule pdf.

Ein Beitrag von Dipl.-Päd. Detlef Träbert
Bundesvorsitzender der Aktion Humane Schule e.V.


 

Kommentar/Pressemitteilung vom 31. März 2010

Vom Missbrauch der Reformpädagogik

Die Aufdeckung zahlreicher Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern in katholischen Einrichtungen wie auch in der Odenwaldschule haben in den vergangenen Monaten aufgeschreckt und jeden erschüttert, der sich für Menschlichkeit engagiert. Besonders die Vorfälle an der Odenwaldschule wirkten für reformpädagogisch orientierte Pädagogen wie ein Schlag vor den Kopf. „Als wenn man von einem Missbrauch in der eigenen Verwandtschaft erfahren hätte“, schilderte Hans Brügelmann, Sprecher des reformpädagogischen Netzwerks „Blick über den Zaun“, sein Empfinden.

Missbrauch ist ein Verbrechen, Missbrauch an Kindern ist ein großes Verbrechen. Dass ein solches großes Verbrechen an einer reformpädagogischen Schule passierte, hat allerdings nichts – gar nichts! – mit der oft unterstellten „Kuschelpädagogik“ zu tun. Manche Kommentare zur Odenwaldschule versuchten den Eindruck zu erwecken, Reformpädagogik sei einer Religion vergleichbar, in zahlreiche Sekten zersplittert, mit Predigern und Anspruch auf die absolute Wahrheit. Das ist ein Zerrbild derer, die Schule gerne als Einrichtung der puren Qualifikationsvermittlung darstellen, in der sich die Lehrer-Schüler-Beziehung auf die Beschäftigung allein mit dem Stoff reduziert. Doch Bildung vollzieht sich nun einmal in persönlichen Beziehungen und kann ohne sie nicht gedacht, geplant und gestaltet werden.

Das Problem liegt viel mehr darin, dass manche Einrichtungen eher als andere Beziehungsstrukturen aufweisen, die von Abhängigkeit und der Tabuisierung des Beziehungsgeschehens geprägt sind. Wo Erwachsene heimlich mit Kindern zu tun haben können und daher die Gefahr gering ist, dass den Kindern geglaubt wird, was der Erzieher, gar der Heimleiter oder ein „Hochwürden“ Ungeheuerliches getan haben, wird dem Missbrauch strukturell Vorschub geleistet.

Der Missbrauch eines Kindes ist allerdings in erster Linie das große Verbrechen eines Individuums. Menschen, die solche Handlungen begehen, müssen selbstverständlich zur Rechenschaft gezogen werden – ohne Rücksicht auf Namen und wissenschaftliche Verdienste. Doch die Strafe im Nachhinein macht nichts Geschehenes ungeschehen. Darum brauchen wir im pädagogischen Feld vor allem Prävention. Schließlich ist die vertrauensvolle Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen Voraussetzung für gelingende Bildung und Erziehung. Es muss möglich bleiben, dass ein Lehrer mit einer Schülerin oder einem Schüler unter vier Augen über Probleme sprechen kann. Damit Lehrer solche Situationen nicht missbräuchlich ausnutzen, müssen sie schon bei der Berufswahl eine gründliche Klärung ihrer Motive erfahren und später regelmäßig Supervision bekommen können. Vor der Aus- und Fortbildung in allgemeiner und Fachdidaktik muss die Aus- und Fortbildung in „Beziehungsdidaktik“ (Reinhold Miller) stehen, denn pädagogische Arbeit ist und bleibt Beziehungsarbeit – ob in reformpädagogischen oder konventionellen Schulen. Wer aber die Reformpädagogik selbst für Missbrauchsfälle verantwortlich macht, missbraucht den Missbrauch.

Ein Kommentar von Dipl.-Päd. Detlef Träbert
Bundesvorsitzender der Aktion Humane Schule e.V.

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Pressemitteilung vom 8. März 2010

Ideologiefreie Kultusministerin

Baden-Württemberg hat eine neue Kultusministerin, Marion Schick (nun CDU). Die Professorin für Wirtschaftslehre aus München ist Nachfolgerin von Helmut Rau (CDU), der nicht nur an den Schulen, sondern auch in der eigenen Partei zunehmend an Akzeptanz verloren hatte.
Die Erwartungshaltung in der Elternschaft und an den Schulen ist so hoch wie die Stimmung schlecht. Was wird „die Neue“ bewegen können?
Auf jeden Fall lässt es aufhorchen, wenn Frau Schick im Rahmen des beliebten und im Südwesten viel gehörten zweistündigen Radio-Talks „SWR1 – Leute“ am 3. März sagte, dass sie ganz „ideologiefrei“ an die Weiterentwicklung des baden-württembergischen Schulwesens herangehen wolle. Sie denke nicht über die Dreigliedrigkeit des Schulsystems nach, sondern darüber, wie sie die Bildungschancen junger Menschen verbessern könne.
Wer jedoch das Adjektiv „ideologiefrei“ für sich beansprucht, weckt Misstrauen, denn es gibt keine ideologiefreien Standpunkte. Wer eine Meinung vertritt, bezieht sich dabei immer auf eine Einstellung, eine Grundhaltung, eben eine Ideologie. Insofern setzt sich Frau Schick mit ihrer Formulierung selbst dem Verdacht aus, ihre wahre Haltung verschleiern zu wollen. Allerdings äußerte sie sich in der gleichen Sendung gänzlich unverschleiert über die Schulart Hauptschule und deren positive Entwicklungsmöglichkeiten als „Werkrealschule“. Währenddessen kann man an zahlreichen Standorten im „Ländle“ bereits das Datum nennen, ab dem mangels Schülern keine Hauptschule mehr zustande kommen wird. Ist das ideologiefrei?

Ein Kommentar von Dipl.-Päd. Detlef Träbert
Bundesvorsitzender der Aktion Humane Schule e.V.



Presse-Wiedergaben:


Zu den Presseveröffentlichungen im Februar dieses Jahres sei an dieser Stelle folgendes gesagt:
Die Aussagen zur Kritik an der Erteilung einer Grundschulempfehlung richten sich niemals gegen die Lehrer, Schüler, Eltern oder Unterstützer bestimmter Schulen oder Schultypen.
In Mails wurde mir als Landesvorsitzende und damit der AHS unterstellt, die Hauptschule als Institution und damit alle Tätigen einschließlich der Schüler zu diskriminieren.
Dies war und ist keine Intention unserer Stellungnahmen. Einzig und allein die Tatsache, dass Grundschulempfehlungen nicht den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kinder gerecht werden, gilt unsere Kritik.
Die AHS spricht sich dafür aus, länger gemeinsam zu lernen. Das bedeutet, wenn überhaupt eine Empfehlung für weiterführende Schulen ausgesprochen werden soll, dann frühestens nach der 6. Klasse. Eine 9jährige gemeinsame Schulzeit würde eine Selektion und deren negative Auswirkungen auf das Lernen der Kinder entbehrlich machen und damit auch die Unterteilung in ein 3gliedriges Schulsystem.
Dafür mache ich mich als Landesvorsitzende stark.
Wenn einzelne Personen die aus einem Zusammenhang eines längeren Interviews herausgetrennten Statements in der Presse als Angriff auf die Hauptschule verstanden haben, so möchte ich mich dafür entschuldigen. Andererseits bleibt mir aufgrund der nicht zu beeinflussenden Pressearbeit dann nur die Möglichkeit, keine Interviews zu geben. Das wiederum kann nicht im Interesse der AHS liegen, die ihre Diskussionen mit der Öffentlichkeit führen möchte.

Signe Brunner-Orawsky
LV AHS Ba-Wü


 

Pressemitteilung vom 05.09.2005  

Spiel und Spaß beim sonnigen Sommerfest 

Der Wettergott muss große Sympathien für Kinder und damit die Anliegen der beiden Vereine LernZeitRäume e.V. und Aktion Humane Schule BW e.V. hegen, denn am 21. August aufklarenden Himmel und Regenfreiheit zu bekommen, hatten sich die Aktiven bis Mittag nicht mehr träumen lassen. Doch eine reichliche Stunde vor Beginn des gemeinsamen Sommerfestes in Eppelheims Grillhütte lachte die Sonne hinter den Wolken hervor und lockte damit zahlreiche Familien zu Gegrilltem, Kuchen und Vergnügen.
Eine attraktive Tombola forderte die Neugier der Kinder auf Gewinn-Lose stets aufs Neue heraus, und das altbeliebte Dosenwerfen machte ihnen bis zum Abend viel Spaß. Sommerskilauf, Kinderschminken und das Malen eines gemeinsamen Sommerbildes waren weitere Attraktionen, bei denen viel gelacht wurde. Kinder und Erwachsene nutzten auch die Gelegenheit, herauszufinden, wer das beste Gedächtnis beim Memoryspiel hat. Unter großem Beifall nahmen die Sieger am Ende des Festes ihre Preise aus den Händen von Bürgermeister Mörlein entgegen, der es sich nicht hatte nehmen lassen, in der Grillhütte vorbei zu schauen.
Angeregt durch aktuelle Veröffentlichungen in der Presse über den Bericht des Vereins LernZeitRäume e.V. in der Gemeinderatssitzung und ausliegende Fachinformationen der Aktion Humane Schule BW e.V. für Eltern und Lehrer kamen Gäste und Vereinsmitglieder in rege Gespräche und gaben Anstöße für eine weitere erfolgreiche Arbeit.
Beide Vereine setzen sich dafür ein, dass Kinder und die für sie notwendige Bildung eine stärkere Lobby bekommen und die Gesellschaft endlich die dafür notwendigen Investitionen bereit stellt.
Mit sonnigem Gemüt zeigten sich die Aktiven nach dem Ausklang des von Sonnenblumen umrahmten Festes zufrieden und waren sich einig darüber, auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam zu feiern.

Alle aktuellen Termine über Treffen in Eppelheim und geplante Veranstaltungen können auf den Internetseiten der Vereine abgerufen werden:
lernzeiträume e.v. eppelheim
 



Pressemitteilung der AHS zur Zeugnisvergabe Sommer 2003  

Alle Jahre wieder … 

… werden der so lang ersehnte Sommerurlaub und die für Kinder und Jugendliche ebenso lang ersehnten Ferien getrübt. Grund ist die trotz umfangreicher Studien widerlegte und damit unhaltbare Vergabe der Ziffernzensuren durch die Schule. "Zeugnisse können kaum ein Spiegel der Leistungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen sein, vielmehr zeigen sie, dass durch Leistungsdruck Leistungshemmung erfolgt. Eine Darstellung von Stärken und Kompetenzen, die jeder Mensch und damit auch unsere Kin

der haben, ist durch dieses Instrument nicht möglich", sagt Signe Brunner-Orawsky, Landesvorsitzende der Aktion Humane Schule Baden-Württemberg, die sich seit über 20 Jahren u.a. auch für die Abschaffung dieser Form einer einseitigen Leistungseinschätzung der Schüler einsetzt.
Deshalb möchte die AHS auch in diesem Jahr alle Eltern bitten, die Ziffernzensuren nicht überzubewerten und als Maßstab für die Wertigkeit ihrer Kinder fehlzudeuten. Vielleicht können die gemeinsamen Ferienwochen dazu dienen, einmal ganz gezielt alle Stärken ihrer Kinder wahrzunehmen und sie in diesen zu unterstützen. Starke Eltern helfen ihren Kindern stark zu werden. Gespräche, gemeinsame Spiele, Ausflüge oder das Lesen eines Buches lassen Kinder wachsen durch Zuwendung und Aufmerksamkeit.

 

 


Eppelheim, 15. Juli 2003
Pressemitteilung  

Aktion Humane Schule – Arbeitskreis Rhein-Neckar/Heidelberg gegründet  

Ein Baustein bei der Errichtung einer humaneren Schule sein, das wünschen sich die Gründungsmitglieder des Arbeitskreises Rhein-Neckar / Heidelberg der Aktion Humane Schule. Am Freitag, den 11. Juli trafen sie sich in Eppelheim zu ihrem ersten und damit Gründungstreffen. Signe Brunner-Orawsky, die seit Januar Landesvorsitzende der AHS Baden-Württemberg ist, hatte Mitglieder und Interessierte eingeladen, um durch die Gründung eines Arbeitskreises die Arbeit vor Ort zu intensivieren.
Entsprechend den Positionen des Bundes- und Landesverbandes will sich der Arbeitskreis gemeinsam mit Eltern, Schülern und Lehrern dafür stark machen, dass Kinder das Recht haben Kinder zu sein – auch in der Schule. Daran knüpfen u.a. Forderungen wie die Anerkennung der Ganzheit der Person des Kindes bzw. Jugendlichen, das Lob des Kindes auch für Anstrengung, nicht nur für vollbrachte Leistung und die Mitsprache der Schüler im Lebensraum Schule.
Der Arbeitskreis will verstärkt auf Veranstaltungen zum Thema Bildung und Erziehung mit seinen Informationsschriften präsent sein, selbst einzelne Vortragsthemen anbieten und als Mittler für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern fungieren. "Wir erleben oft, dass sich Eltern erst an uns wenden, wenn das Problem schon so lange besteht, dass eine konstruktive Lösung in kurzer Zeit nur schwer zu erreichen ist. Deshalb sehen wir es als eine Aufgabe, mehr Elterninformationen im Vorfeld anzubieten und über Möglichkeiten und Wege aufzuklären, die für alle Beteiligten zu einer Humanisierung der Schule führen können", sagt die Landesvorsitzende. Der Arbeitskreis möchte aber auch eine Pattform sein, auf der Gleichgesinnte ihre Meinungen austauschen können. Er sucht außerdem die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, die sich dem Wohl unserer Kinder verschrieben haben.
Eltern und Lehrer, die an mehr Menschlichkeit in der Schule interessiert sind und sich dafür engagieren wollen, können sich telefonisch oder per e-mail an die Landesvorsitzende wenden: 06221/793777 oder SigneBO@web.de

 


Presseinformation vom 5. April 2003
Runder Tisch Grundschule Baden-Württemberg  

TeilnehmerInnen beim Runden Tisch in Ludwigsburg
Auf den Anfang kommt es an.

Gemeinsame Bildungskonzepte für Kindergarten und Grundschule  

Ludwigsburg – Die sechs wichtigsten Eltern- und Bildungsorganisationen in Baden-Württemberg forderten heute (5.4.) in Ludwigsburg neue gemeinsame Bildungskonzepte für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Auf einer Tagung des Runden Tisches Grundschule Baden-Württemberg diskutierten xy TeilnehmerInnen über die Startbedingungen von Kindern in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen Baden-Württembergs.

"Spätestens die PISA-Ergebnisse haben gezeigt, wie stark die frühe Bildung über Bildungsschicksale von Kindern entscheidet. Auf entscheidende Verbesserungen warten Kindergärten und Grundschulen aber nach wie vor, denn weder das neue Kindergartengesetz noch die Reform der Erzieherinnenausbildung leisten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der frühkindlichen Bildung. Reformen für die Grundschulen sind zwar angedacht, aber die notwendigen Ressourcen von Kürzungen und Streichungen bedroht", sagte in Ludwigsburg Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

"Bildung und Erziehung in Kindergarten und Grundschule gehören zu den verantwortungsvollsten Aufgaben, die eine Gesellschaft zu vergeben hat. Ausgaben für den Elementar- und Primarbereich sind Investitionen in die Zukunft einer Gesellschaft, die nicht der Beliebigkeit von Haushalts-sanierern zum Opfer fallen dürfen," so Rudolf Karg, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Erstmals in Baden-Württemberg diskutierten die maßgeblichen Eltern- und Lehrerorganisationen des Landes über gemeinsame Bildungskonzepte für den Elementar- und Primarbereich. Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Verantwortliche in der Schulverwaltung und Bildungspolitik verlangten gleiche und bessere Startbedingungen für Kinder. Der Runde Tisch Grundschule wurde vor gut einem Jahr gegründet, um Konzepte für eine zukunftsfähige Grundschule zu entwickeln und durchzusetzen.

"Mehr Bildungsqualität und bessere PISA-Ergebnisse können nur durch eine Aufwertung von Kindertageseinrichtungen und Grundschule erreicht werden. Deshalb brauchen wir ein gemeinsames und sinnvoll aufeinander bezogenes Konzept grundlegender Bildung für diese beiden Lernorte", sagte Signe Brunner-Orawsky, die neue Vorsitzende der Aktion Humane Schule.

"Wir brauchen Bildung statt Betreuung. Bessere Rahmenbedingungen müssen die Reformen absichern, denn immer noch ist die Elementar- und Primarbildung im internationalen Vergleich ein Stiefkind unserer Bildungsfinanzierung", so Elke Picker vom Landeselternbeirat und Doris Barzen vom Arbeitskreis der Gesamtelterbeiräte.

Mitglieder des Runden Tisches Grundschule
Am Runden Tisch Grundschule beteiligen sich mit dem Landeselternbeirat, dem Arbeitskreis der Gesamtelternbeiräte, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dem Verband Bildung und Erziehung, dem Grundschulverband und der Aktion Humane Schule die maßgeblichen Eltern- und Lehrerorganisationen des Landes. In zwölf Bausteinen hat der Runde Tisch Grundschule seine Positionen, Ziele und Perspektiven für eine bessere Bildung zusammengefasst.

Weitere Informationen: Plattform Runder Tisch Grundschule

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft • Baden-Württemberg
Silcherstr. 7 • 70176 Stuttgart • Telefon 0711 21030 14 • Mobil 0160 445 83 95 • Telefax –55 • EMail presse@bawue.gew.de
Verantwortlich: Rainer Dahlem • Pressereferent: Matthias Schneider

 


 

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